Lise Meitner (1878 – 1968)

Quick Summary

Lise Meitner (1878 – 1968) was a kernphysikerin and major figure in history. Born in Wien, Österreich-Ungarn, Lise Meitner left a lasting impact through Mitentdeckung des Protactinium-231.

Reading time: 28 min Updated: 9/24/2025
Realistisches Porträt von Lise Meitner im Labor, hochgestecktes Haar, dunkler Laborkittel, konzentrierter Blick auf Forschungsinstrumente gerichtet, beleuchtet im Stil eines Physiklabors der 1930er Jahre.
Im Fokus

Geburt

November 7, 1878 Wien, Österreich-Ungarn

Tod

October 27, 1968 Cambridge, Vereinigtes Königreich

Nationalität

Österreichisch-schwedisch

Berufe

Kernphysikerin Radiophysikerin Professorin Radioaktivitätsforscherin

Vollständige Biografie

Origins And Childhood

In Wien geboren, in eine säkulare jüdische Familie unter der Führung des Rechtsanwalts Philipp Meitner und Hedwig Skovran, wuchs Lise Meitner in einem intellektuell lebhaften Umfeld auf. Sie glänzte in Mathematik, nahm Privatunterricht, um die Staatsprüfung zu bestehen, die Frauen den Zugang zum Universitätsstudium eröffnete, und schrieb sich 1901 an der Universität Wien ein. Dort studierte sie bei Ludwig Boltzmann, dessen Vorlesungen über Thermodynamik und kinetische Theorie ihren wissenschaftlichen Ansatz prägten. 1906 schloss sie eine Doktorarbeit über Wärmeleitung in inhomogenen Festkörpern ab und wurde damit die zweite Frau der Universität, die in Physik promovierte.

Historical Context

Das frühe 20. Jahrhundert brachte revolutionäre Entdeckungen in der Physik – Röntgenstrahlen, Radioaktivität und Quantentheorie –, während europäische Universitäten gegenüber Frauen und Juden restriktiv blieben. Nach ihrem Umzug nach Berlin 1907 fand Meitner Möglichkeiten an der Universität Berlin und den neuen Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, arbeitete jedoch zunächst unbezahlt und trat durch den Dienstboteneingang ein. Der Erste Weltkrieg, der Zusammenbruch der Kaiserreiche und später die nationalsozialistische Machtergreifung störten die Forschungsnetzwerke. Die nach 1933 erlassenen antijüdischen Gesetze drängten Meitner und viele andere Wissenschaftler ins Exil.

Public Ministry

Meitners dreißigjährige Partnerschaft mit dem Chemiker Otto Hahn bestimmte ihre Berliner Karriere. Gemeinsam untersuchten sie radioaktive Zerfallsreihen und verbanden Hahns chemische Trennungen mit Meitners physikalischen Messungen. 1917 isolierten sie, gemeinsam mit Otto von Baeyer, das Protactinium-231. In den 1920er Jahren wurde sie zu einer führenden Autorität für Beta- und Gammastrahlung, veröffentlichte einflussreiche Arbeiten und wurde 1926 zur ordentlichen Professorin für Physik an der Universität Berlin ernannt.

Teachings And Message

Als Lehrende betonte Meitner Präzision und Zusammenarbeit. Ihre Vorlesungen unterstrichen die Einheit von Kernphysik und Chemie und ermutigten die Studierenden, experimentelle Belege mit theoretischer Einsicht zu verknüpfen. Sie setzte sich für ethisches Verhalten ein, bestand auf korrekter Zuschreibung von Beiträgen und mahnte, dass Wissenschaftler die gesellschaftlichen Folgen ihrer Arbeit bedenken müssten, besonders nach der Entdeckung der Kernspaltung.

Activity In Galilee

Ihre Berliner Jahre waren geprägt von akribischen Experimenten in den Kellerlaboren des Kaiser-Wilhelm-Instituts. Meitner und Hahn entwarfen abgeschirmte Anlagen zum Nachweis schwacher Radioaktivität, verfeinerten Messungen mit Geiger-Zählern und trieben die Techniken der Ionisationskammer voran. Ihre Daten zu Beta-Spektren beeinflussten theoretische Debatten, die zu Wolfgang Paulis Neutrino-Hypothese führten. Regelmäßiger Austausch mit Niels Bohr, James Chadwick und Enrico Fermi unterstrich ihre internationale Stellung.

Journey To Jerusalem

Der Anschluss von 1938 entzog Meitner die österreichische Staatsbürgerschaft und ließ sie in Berlin verwundbar zurück. Mit Hilfe niederländischer und dänischer Kollegen entkam sie in die Niederlande und dann nach Schweden, wo sie sich Manne Siegbahns Nobel-Institut anschloss. Trotz begrenzter Mittel analysierte sie die rätselhaften Ergebnisse von Hahn und Fritz Strassmann zu neutronenbestrahltem Uran. Während eines verschneiten Spaziergangs mit ihrem Nephen Otto Robert Frisch im Dezember 1938 erkannte sie, dass sich der Atomkern spalten konnte; gemeinsam prägten sie den Begriff „Kernspaltung“ und berechneten Anfang 1939 die dabei freigesetzte Energie.

Sources And Attestations

Meitners wissenschaftliche Arbeiten, institutionelle Aufzeichnungen der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und ausgedehnte Korrespondenz mit Zeitgenossen wie Niels Bohr und James Franck dokumentieren ihre Beiträge. Mündliche Überlieferungen, die das American Institute of Physics in den 1960er Jahren sammelte, sowie Zeugnisse von Studierenden und Kollegen bestätigen ihre Rolle als bahnbrechende Physikerin und ethische Stimme. Archivmaterialien in Berlin, Wien, Stockholm und Washington, D.C. liefern detaillierte Belege für ihre Karriere und ihr Exil.

Historical Interpretations

Wissenschaftshistoriker interpretieren Meitner als Brücke zwischen der klassischen Radioaktivitätsforschung und der modernen Kernphysik. Die Biografinnen Ruth Lewin Sime und Patricia Rife heben die geschlechtsspezifischen und politischen Hindernisse hervor, die die Anerkennung ihrer Leistungen einschränkten, einschließlich des ausgebliebenen Nobelpreises. Studien zur wissenschaftlichen Migration betonen ihre Erfahrung als beispielhaft für das Exil der NS-Zeit. Geschichten der Kernphysik würdigen ihre theoretische Deutung der Kernspaltung als entscheidend für die Entwicklung des Fachgebiets.

Legacy

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Meitner für die friedliche Anwendung der Kernenergie ein, nahm 1966 gemeinsam mit Hahn und Frisch den Enrico-Fermi-Preis entgegen und unterstützte Wissenschaftlerinnen. Das Element Meitnerium (109) ehrt sie, und nach ihr benannte Stipendien, Gesellschaften und Universitätslehrstühle fördern die Gleichstellung in der Wissenschaft. Die Inschrift auf ihrem Grabstein – „Eine Physikerin, die nie ihre Menschlichkeit verlor“ – fasst ihren bleibenden Ruf zusammen.

Leistungen und Vermächtnis

Wichtige Leistungen

  • Mitentdeckung des Protactinium-231
  • Theoretische Deutung der Kernspaltung
  • Fortschritte in der Beta-Spektroskopie und der inneren Konversion
  • Einsatz für ethische Verantwortung in der Wissenschaft

Historisches Vermächtnis

Lise Meitner verkörperte die engagierte Wissenschaftlerin, deren Entdeckungen die Kernenergie erschlossen, während sie zugleich auf ethischer Verantwortung bestand. Meitnerium (Element 109) und zahlreiche nach ihr benannte Stipendien und Lehrstühle würdigen weiterhin ihre humanistische Vision der Forschung.

Detaillierte Zeitlinie

Wichtige Ereignisse

1878

Geburt

Geboren am 7. November in Wien, Österreich-Ungarn

1906

Promotion

Erwirbt einen Doktortitel in Physik an der Universität Wien

1907

Umzug nach Berlin

Tritt Otto Hahns Labor bei, um Radioaktivität zu erforschen

1917

Protactinium

Identifiziert das Protactinium-231 mit Otto Hahn und Otto von Baeyer

1938

Exil nach Schweden

Entkommt Nazideutschland und tritt dem Nobel-Institut in Stockholm bei

1939

Kernspaltung

Erklärt gemeinsam mit Otto Robert Frisch die Spaltung des Urans

1966

Enrico-Fermi-Preis

Erhält die höchste Auszeichnung der US-Atomenergiekommission

1968

Tod

Stirbt am 27. Oktober in Cambridge

Geografische Zeitlinie

Berühmte Zitate

"Das Leben muss nicht leicht sein, es darf nur nicht leer sein."

— Lise Meitner

"Die Wissenschaft kann das letzte Geheimnis der Natur nicht lösen, weil wir selbst ein Teil des Geheimnisses sind, das wir zu lösen versuchen."

— Lise Meitner

"Ich will mit einer Bombe nichts zu tun haben."

— Lise Meitner

Frequently Asked Questions

Sie wurde am 7. November 1878 in Wien geboren und starb am 27. Oktober 1968 in Cambridge, Vereinigtes Königreich.

Sie entdeckte das Protactinium mit, deutete die Kernspaltung gemeinsam mit Otto Robert Frisch und trug zu den Grundlagen der Kernphysik bei.

Antijüdische Gesetze des NS-Regimes zwangen sie 1938 zur Flucht aus Berlin; sie ließ sich in Schweden nieder.

Nein. Der Nobelpreis für Chemie 1944 ging allein an Otto Hahn für die Kernspaltung, und ihre Auslassung wird bis heute weithin kritisiert.

Meitner lehnte Einladungen zum Manhattan-Projekt ab und forderte Wissenschaftler auf, moralische Verantwortung für die Kerntechnologie zu übernehmen.

Sources and Bibliography

Primary Sources

  • L. Meitner – On the Products of the Uranium Fission
  • Otto Hahn – Applied Radiochemistry
  • Nature 1939 – Disintegration of Uranium by Neutrons: a New Type of Nuclear Reaction
  • Archives de l’Académie autrichienne des sciences
  • Smithsonian Institution Archives – Lise Meitner Papers

Secondary Sources

  • Ruth Lewin Sime – Lise Meitner: A Life in Physics ISBN: 9780520208606
  • Patricia Rife – Lise Meitner and the Dawn of the Nuclear Age ISBN: 9780813525518
  • Elisabeth Crawford – The Beginnings of the Nobel Institution ISBN: 9780521274341
  • American Institute of Physics – Oral Histories
  • Nobel Prize – Lise Meitner

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